Zunächst einmal soll angemerkt werden, dass es DIE Religion nicht gibt. Der Begriff „Religion“ bezeichnet eine Vielzahl an unterschiedlichen kulturellen Phänomenen, die sowohl menschliches Verhalten, Handeln und Denken prägen und die einzelnen Wertevorstellungen einer Kultur direkt beeinflussen.
Den einzelnen religiösen Weltanschauungen liegen generell sehr lange Traditionen zugrunde, die sich zumeist auf übernatürlichen Vorstellungen und Systeme beziehen. Viele der existierenden Religionen erkennen die Existenz eines oder mehrerer überweltlicher Wesen oder Prinzipien an und leiten davon Aussagen über die Herkunft und den Sinn der menschlichen Existenz ab.
Gemeinsam ist vielen Religionen, die Kommunikation mit dem transzendenten Wesen, die Verwendung von Ritualen und Kulten sowie die Verbreitung von Heilslehren, die über das Leben hinausgehen.
Die größten Religionen sind bezogen auf ihre Anhängerzahl das Christentum, der Islam, der Hinduismus, der Buddhismus und der Daoismus. Danach kommen der Sikhismus, das Judentum, der Bahaismus, der Konfuzianismus und der Shintoismus.
Das Christentum hat weltweit über 2,2 Milliarden Anhänger. Es gibt eine östliche Tradition des Christentums, welche eher orthodox ist und eine westliche Tradition, die sich im 16. Jahrhundert durch die Reformation Martin Luthers in die römisch-katholische und die evangelische Konfession aufspaltete. Des weiteren gibt es auch andere Konfessionen, wie Anglikanische Kirche oder die koptisch-orthodoxe Kirche.
Der Islam ist eine monotheistische abrahamitische Religion, die sich streng von dem Polytheismus anderer Religionen sowie auch von den christlichen Vorstellungen wie der Menschwerdung Gottes und der Dreifaltigkeit abgrenzt. Der Kern der Religion mit weltweit 1,4 Milliarden Gläubigen ist die Einheit Gottes.
Der Hinduismus stammt aus Indien und hat 900 Millionen Anhänger. Sie ältesten Schriften sind die Veden. Es gibt kein einheitliches Glaubensbekenntnis, sondern verschiedene hinduistische Traditionen und Philosophien, mit unterschiedlichen Gottesbildern. Die Hauptrichtungen sind Shivaismus, Vishnuismus sowie Shaktismus, die Verehrung Gottes in seiner weiblichen Form. Brahma, Shiva und Vishnu werden auch als die Dreiheit Trimurti verehrt.
Der Buddhismus stammt ebenfalls aus Indien und hat schätzungsweise 500 Millionen Anhänger weltweit. Diese Religion beruft sich auf die Lehren Siddhartha Gautamas, welcher nach der Überlieferung 563 v. Chr. in Indien geboren wurde. Ziel dieses Glaubens ist es das Nirvana zu erreichen und den Kries der Wiedergeburt zu unterbrechen.
Der Daoismus stammt aus China und entstand im 4. Jahrhundert v. Chr. Er ist nicht nur Religion, sondern auch Philosophie. Wichtig für den Daoismus sind Ying und Yang. Aus diesem Wechselspiel der Zweiheit ging die Welt hervor.
Der Sikhismus hat über 20 Millionen Anhänger und zählt zu den jüngsten monotheistischen Weltreligionen. Er stammt aus Indien und betont die Einheit der Schöpfung und die Abkehr vom Aberglauben und traditionellen religiösen Riten und der Gesellschaftshierarchisierung.
Das Judentum ist eine relativ kleine Glaubensgemeinschaft mir nur 13,5 Millionen Menschen. Die Tora ist die Heilige Schrift dieser monotheistischen Religion, die den Gott Israels als Schöpfer der Welt verehrt.
Der Bahaiismus entstand in Persien um 19. Jahrhundert und lehrt einen abrahamitischen Monotheismus mit einem transzendenten Gott. Im Mittelpunkt diesen Glaubens steht nicht nur die Einheit aller Religionen und aller Menschen, sondern auch die Vision eines sozialen Fortschrittes und einer handlungsorientierten Ethik.
Der Konfuzianismus geht auf den Philosophen Konfuzius zurück, welcher im China des 6. Jahrhunderts v. Chr. lebte und dessen Moralvorstellungen und Lebensweise als mustergültiges Vorbild angesehen werden.
Der Shihtoismus ist der “Weg der Götter“ und wird in Japan praktiziert. Diese polytheistische Religion spaltet sich in verschiedene Kulten und Glaubensformen auf, für die es spezielle Tempel und Riten gibt.